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zurück zur Übersicht03.10.2025
Im Bereich der Wohnungslüftung taucht immer wieder der Begriff „Berliner Lüftung“ auf – insbesondere bei Bestandsgebäuden oder im Kontext älterer Lüftungskonzepte. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Und wie ist dieses Prinzip aus heutiger Sicht zu bewerten?
Während die Berliner Lüftung über Jahrzehnte als einfache und kostengünstige Lösung galt, erfüllt sie längst nicht mehr die Anforderungen moderner Normen wie der DIN 1946‑6 oder dem Gebäudeenergiegesetz (GEG). Dennoch ist das Konzept nach wie vor in vielen Altbauten verbaut – häufig als stillschweigend geduldete, aber technisch überholte Lösung.
In diesem Beitrag definieren wir den Begriff klar, zeigen auf, warum die Berliner Lüftung nicht mehr zulässig ist und welche zeitgemäßen Alternativen heute gefordert sind, sowohl normativ als auch technisch.
Die sogenannte Berliner Lüftung beschreibt ein einfaches Wohnungslüftungskonzept, das hauptsächlich in Mehrfamilienhäusern des Bestands zum Einsatz kam, besonders in der Nachkriegszeit und im Geschosswohnungsbau der ehemaligen DDR. Sie stellt eine Kombination aus passiver Zuluftführung und mechanischer Abluft dar.
Das System funktioniert nach einem einfachen Prinzip, bei dem die Zuluft passiv über undichte Fensterfugen oder einfache Außenluftdurchlässe (ALD) in die Wohnräume einströmt und die Abluft mechanisch über Ventilatoren in Küche, Bad oder WC abgeführt wird. Dieses System basiert auf einem leichten Unterdruck, der durch den Betrieb der Abluftventilatoren entsteht und so einen kontinuierlichen Luftwechsel zwischen den Räumen erzeugen soll.
Wesentliche Merkmale:
Keine zentrale Lüftungsanlage, sondern raumweise Abluftlösung
Zuluft erfolgt ungeregelt oder feuchtegeführt
Keine Wärmerückgewinnung oder Luftfilterung
Kein automatischer Betrieb, Fensterlüftung bleibt meist erforderlich
Die Berliner Lüftung wurde vor allem in Zeiten genutzt, in denen die Anforderungen an Luftdichtheit und Energieeffizienz noch keine zentrale Rolle spielten. Häufig wurde sie in Plattenbauten, Genossenschaftswohnungen oder mehrgeschossigen Sanierungsobjekten umgesetzt.
Sie galt lange Zeit als „praxisnaher Kompromiss“, weil sie einfach umzusetzen war, allerdings zu einem Preis: fehlende Kontrolle über Luftvolumenströme, Wärmeverluste, Zugluft und hygienische Mindeststandards.
Auch wenn die Berliner Lüftung in der Vergangenheit als einfache Lösung zur Belüftung von Wohnungen galt, entspricht sie nicht mehr den heutigen technischen und normativen Anforderungen. Weder nach der aktuellen DIN 1946‑6 (Lüftung von Wohnungen) noch im Rahmen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) ist dieses Konzept als nachweisfähige oder genehmigungsfähige Lüftungsmaßnahme zulässig.
Die DIN 1946‑6 fordert ein konkret nachweisbares Lüftungskonzept, das dauerhaft einen Mindestluftwechsel zum Feuchteschutz gewährleistet, unabhängig vom Nutzerverhalten (z. B. Fensterlüftung).
Bei der Berliner Lüftung sind jedoch zentrale Anforderungen nicht erfüllt:
Zuluft erfolgt unkontrolliert über einfache Fensterfalzlüfter oder ALDs, oft ohne bedarfsgerechte Steuerung
Luftvolumenströme sind nicht gesichert: Winddruck, Temperaturdifferenzen und Gebäudestruktur beeinflussen das Strömungsverhalten
Es fehlt eine regelungstechnische Absicherung, wie sie heute bei modernen Systemen (z. B. mit Feuchte-, CO₂- oder Zeitsteuerung) verlangt wird
Kurz gesagt: Das System kann nicht normkonform geplant, ausgelegt oder geprüft werden.
Auch im Rahmen des GEG (ehemals EnEV) ist die Berliner Lüftung nicht zulässig und darf weder im Neubau eingesetzt noch bei Sanierungen als dauerhaftes Lüftungskonzept beibehalten werden.
Warum?
Kein energetischer Nachweis möglich
Keine Wärmerückgewinnung, was den Effizienzanforderungen widerspricht
Luftdichtheit moderner Gebäude verhindert die Funktion ohnehin, es findet kaum noch Luftaustausch statt
In Bestandsgebäuden, in denen die Berliner Lüftung noch vorhanden ist, kann sie geduldet sein, etwa, solange keine umfassende Sanierung erfolgt.
Sobald jedoch Fenster getauscht, Gebäude energetisch ertüchtigt, oder Feuchteschutz nachgewiesen werden muss, ist ein neues, normgerechtes Lüftungskonzept erforderlich.
Die Berliner Lüftung ist ein einfaches System mit begrenzter technischer Leistung. In der Praxis erfüllt sie viele Anforderungen moderner Bauphysik, Energieeffizienz und Nutzerkomfort nicht mehr. Hier sind die wesentlichen Schwachpunkte aus heutiger Sicht:
Das größte Problem liegt in der unkontrollierten Zuluft:
Durch Fensterfalzlüfter oder einfache Außenluftdurchlässe gelangt Luft in den Raum – jedoch abhängig von äußeren Faktoren wie:
Windrichtung und -stärke
Temperaturdifferenzen zwischen innen und außen
Nutzung (Fenster auf/zu, Türpositionen etc.)
Ergebnis: Die Luftmengen sind nicht konstant, nicht berechenbar und nicht steuerbar. Das widerspricht der DIN 1946‑6, die einen dauerhaft gesicherten Luftwechsel fordert.
Die Berliner Lüftung basiert auf reinem Luftaustausch – ohne Wärmerückgewinnung (WRG). Das bedeutet:
Warme Innenluft wird abgesaugt
Kalte Außenluft strömt ungedämmt nach
Hohe Energieverluste im Winter
Keine thermische Behaglichkeit bei Zuluft
In Zeiten steigender Energiekosten und gesetzlicher Effizienzvorgaben ist das nicht mehr tragbar.
Moderne Lüftungssysteme bieten:
Feuchte-, Zeit- oder CO₂-gesteuerte Regelung
Automatische Anpassung an Nutzung und Raumklima
Die Berliner Lüftung hingegen:
läuft konstant oder gar nicht
ist vom Nutzerverhalten abhängig
lässt sich nicht zentral überwachen oder anpassen
Fazit: Das System ist nicht bedarfsgerecht – weder technisch noch aus Komfortsicht.
In vielen Altbauten wurde die Berliner Lüftung nicht normgerecht umgesetzt oder über die Jahre verändert. Das führt zu typischen Problemen:
Unterdruckeffekte durch zu starke Abluft
Geruchstransport zwischen Wohnungen
Geräuschübertragung über Luftkanäle oder ALDs
Schimmelbildung, wenn der Mindestluftwechsel nicht erreicht wird
Fazit: Die Berliner Lüftung ist aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß, da sie energetisch ineffizient, technisch unzureichend und normativ nicht zulässig ist.
Um die Berliner Lüftung richtig einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf moderne Lüftungskonzepte, wie sie heute nach DIN 1946‑6 und GEG gefordert und umgesetzt werden – etwa zentrale Anlagen oder dezentrale Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung. Der Unterschied ist deutlich – sowohl funktional als auch normativ.
| Kriterium | Berliner Lüftung | Dezentrales System mit WRG |
|---|---|---|
| Normkonformität | ❌ nicht zulässig nach DIN 1946‑6 | ✅ normgerecht plan- und prüfbar |
| Luftvolumenstrom geregelt | ❌ unkontrolliert, wetterabhängig | ✅ bedarfsgesteuert und konstant |
| Wärmerückgewinnung (WRG) | ❌ nicht vorhanden | ✅ bis zu 90 % WRG möglich |
| Energetische Effizienz | ❌ hohe Verluste | ✅ förderfähig, GEG-konform |
| Geräuschentwicklung | ❌ potenziell durch Abluftgeräte | ✅ mit integrierter Schalldämmung |
| Planung und Wartung | ❌ kaum integrierbar in moderne TGA | ✅ modular, wartungsfreundlich |
Die Kölner Lüftung ist ebenfalls ein klassifiziertes Lüftungskonzept mit definierten Bestandteilen – häufig Zuluft über ALDs mit Schalldämmung + Abluft in Feuchträumen. Im Unterschied zur Berliner Variante ist sie oft:
regelbarer
besser lufttechnisch auslegbar
bauphysikalisch robuster
Aber auch hier gilt: Ohne Steuerung oder WRG ist auch die Kölner Lüftung nur noch begrenzt zulässig – besonders im Neubau.
Für eine zeitgemäße, energieeffiziente und baulich integrierbare Lüftungslösung bietet sich der Einsatz moderner, dezentraler Systeme an, insbesondere bei:
Nachrüstungen im Bestand
Wohnungen ohne Lüftungsschacht
energetischen Sanierungen mit luftdichter Gebäudehülle
VENTOMAXX bietet hier vielfältige modulare Systeme, die:
WRG mit Schalldämmung kombinieren
bedarfsgesteuert arbeiten
unauffällig in die Fassade integrierbar sind
normgerecht nach DIN 1946‑6 und GEG einsetzbar sind
Die Zeiten, in denen einfache Abluftsysteme mit Fensterfalzlüftern als „ausreichend“ galten, sind vorbei. Der heutige Stand der Technik verlangt nachweisbare, energieeffiziente und nutzerunabhängige Lüftungssysteme, die sich in bestehende oder neue Gebäude regelkonform integrieren lassen.
Die aktuelle DIN 1946‑6 definiert klare Anforderungen für Wohnungslüftung:
Mindestluftwechsel zum Feuchteschutz muss dauerhaft gewährleistet sein – unabhängig vom Nutzerverhalten.
Jedes Gebäude benötigt ein nachweisbares Lüftungskonzept.
Lüftung kann aufgeteilt werden in:
Feuchteschutzlüftung
reduzierte Lüftung
Nutzerlüftung (Fensterlüftung)
Intensivlüftung
Die Berliner Lüftung erfüllt keines dieser Konzepte vollständig und dauerhaft und ist daher nicht mehr zulässig.
In der Praxis haben sich heute vor allem zwei Ansätze etabliert:
Besonders geeignet für Wohnungen, Einheiten ohne Lüftungsschacht oder bei Sanierungen
Luftstrom direkt zwischen innen und außen
Wärmerückgewinnung von bis zu 90 %
Kombination aus Luftqualität, Energieeffizienz und Schalldämmung
Normgerecht nach DIN 1946‑6 planbar
Für größere Neubauprojekte mit gut geplanter TGA
Hohe Effizienz, aber erhöhter Installationsaufwand
Wartungsintensiver, höhere Investitionskosten
VENTOMAXX bietet als Hersteller passender Systeme für die dezentrale Wohnraumlüftung mit WRG modulare Lösungen, die sich flexibel in alle Planungsszenarien integrieren lassen: energieeffizient, leise und architektonisch unauffällig.
Die sogenannte Berliner Lüftung war über Jahrzehnte eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, Wohnungen zu belüften, insbesondere in Bestandsgebäuden mit zentraler Abluft und passiver Zuluft über Fenster oder Außenluftdurchlässe.
Doch aus heutiger Sicht ist klar: Dieses Lüftungskonzept entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Es ist nicht normgerecht, nicht energieeffizient, nicht regelbar und damit weder im Neubau noch in der Sanierung zulässig.
Moderne Anforderungen an die Wohnraumlüftung lassen sich nur mit technisch durchdachten, nachweisbaren Lösungen erfüllen. Dazu gehören insbesondere:
Dezentrale Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung
Geregelte, nutzerunabhängige Luftführung
Systeme, die Schallschutz, Energieeffizienz und Raumkomfort vereinen
Ob Nachrüstung im Bestand oder Planung im Neubau: Die Wahl eines geeigneten Lüftungssystems ist in der Regel eine baurechtliche Notwendigkeit. Wenn Sie aktuell mit einer Berliner Lüftung arbeiten, sei es im Rahmen einer Sanierung, einer Bestandsaufnahme oder bei der Planung eines Ersatzsystems, unterstützen wir Sie gern bei der Auswahl einer zulässigen, effizienten und baulich passenden Lösung.
Egal, ob Sie allgemeine Fragen haben oder konkrete Informationen benötigen, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Schreiben Sie uns eine E-Mail an info@ventomaxx.de oder rufen Sie uns an unter +49 (0) 871 – 95 34 06 – 0. Unser Team ist für Sie da und unterstützt Sie bei jedem Schritt.
Im Beitrag „Dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung“ wird erklärt, wie moderne dezentrale Systeme arbeiten, wie sie Wärme aus der Abluft zurückgewinnen und wie das zur Energieeffizienz und Förderfähigkeit beiträgt. Das ist besonders relevant, wenn man die Berliner Lüftung mit zeitgemäßen, normgerechten Alternativen gegenüberstellen möchte.
Einen breiten Überblick zu verschiedenen Lüftungssystemen, insbesondere mit Wärmerückgewinnung, bietet unser Beitrag, in dem wir unterschiedliche Arten von Lüftungsanlagen vergleichen. Wir betrachten Funktion, Kostenaspekte und Einsatzvarianten. Das hilft dabei, die Grenzen der Berliner Lüftung technisch und wirtschaftlich zu verstehen.
Für Fälle, in denen in Bestandsgebäuden eine Lüftungslösung verbaut werden soll, ist der Beitrag zur Nachrüstung von Lüftungssystemen sehr passend. Dort wird genau erklärt, wann welche Lüftungslösung technisch machbar und wirtschaftlich sinnvoll ist. Dies bietet Ihnen eine wichtige Ergänzung, wenn man über veraltete Systeme wie die Berliner Lüftung diskutiert.
Kontakt
Unser Schalldämmlüfterprogramm stellt sich als besonders flexibel und kompakt dar und repräsentiert seit Jahren die höchsten Schalldämmleistungen am Markt. Unsere primäre Aufgabe gegenüber Architekten und Fachplanern, wenn es um die Umsetzung dezentraler Lüftungsaufgaben geht, sehen wir in einer kompetenten und individuellen Beratung. Zur Lösung Ihrer projektbezogenen Aufgaben stehen nahezu unendlich viele verschiedene Montagemöglichkeiten zur Verfügung. Mit Ventomaxx realisieren Sie hybride Konzepte aus passiver und aktiver Schalldämmlüftung aus einer Hand.
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primäre Aufgabe gegenüber Architekten und Fachplanern, wenn es um die Umsetzung dezentraler Lüftungsaufgaben geht, sehen wir in einer kompetenten und individuellen Beratung. Zur Lösung Ihrer projektbezogenen Aufgaben stehen nahezu unendlich viele verschiedene Montagemöglichkeiten zur Verfügung. Mit Ventomaxx realisieren Sie hybride Konzepte aus passiver und aktiver Schalldämmlüftung aus einer Hand.
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